Regenwolken im Handgepäck

Regenwolken im Handgepäck

/ 26. Juli 2019 /

Wir haben uns viele Gedanken um unser Gepäck gemacht. 2 grosse Rucksäcke, ein Kinderrucksack und ein Tagesrucksack ist alles, was wir tragen können. Wir haben uns eingelesen, was andere Backpacker so mitnehmen, und was überhaupt keinen Sinn macht. Ihr habt uns ziemlich viele kleine, nützliche Dinge geschenkt, für die wir sehr dankbar sind und uns darüber freuen, wenn wir sie benutzen.

Foto von Verena Kamp

Die Zeit in Deutschland war für uns gepäckmässig wie eine Trockenübung – wir konnten alles austesten und am Tag darauf in den nächsten Drogeriemarkt rennen und noch etwas dazukaufen. Wir waren froh, dass unsere Rucksäcke nach dieser Testphase nicht überquollen, sondern noch viel Platz hatten.

Hätten wir nur gewusst, dass sich da eine Regenwolke in unser leichtes Gepäck schmuggelt, hätten wir es lieber mit etwas Sinnvollerem gefüllt. Schokolade oder doch die schwere Spiegelreflex?

Alles begann schon in Deutschland. Irgendwie hatten sich Kälte und Regen mit uns verbreitet. Anstelle von Kohlestückchen auf dem Grill prasselte der Regen. Statt Wasserparty gab es Kinderdisco im Wohnzimmer und wir liefen nicht mit Sommerröcken, sondern mit 3 Schichten herum. Schnell war unser Vorrat an warmen Kleidern getragen und wir mussten kreativ werden, dass wir und die Kinder immer warm hatten und wir gleichzeitig waschen konnten. Wir haben auch schon Babysocken trocken geföhnt.

Ausser Flipflops hatten wir Erwachsene bis zum letzten Tag auch keine anderen Schuhe, was wir stoisch ertrugen, und was bei dem ein oder anderen Wolkenbruch auch von Vorteil war.

es regnete auch in Bochum…

Auf alle Fälle hatten wir die Schnauze voll – mit zwei schniefenden Kindern machten wir uns gemeinsam mit unserer Studienfreundin Verena auf die Reise ins ferne Georgien. Hierhin hatten uns die Aussicht auf Mandarinenbäume, lange Strandtage am schwarzen Meer und die Fotos vom eigenen Pool unseres Airbnbs gelockt. Natürlich schien in unseren Gedanken im Hintergrund brav die Sonne.

Dem war leider nicht so. Begrüsst würden wir von einer verregneten Stadt, von der aus wir mit einem Bus durch eine verregnete Landschaft zu fahren, um in einer verregneten Bucht anzukommen. Einen Vorteil hatte die subtropische Klimazone: Die Luft war so warm, dass der Regen es kaum vermochte, sie abzukühlen. Es wurde also nicht unangenehm kalt, wenn man in einen Schauer kam, sondern nur unangenehm.

Regenwettergesichter.

Und so machten wir das Beste aus der Situation: Wir genossen eine Woche Luxus bei einer netten Gastgeberin, lasen und assen viel, gingen im Wald und am Strand spazieren und spielten Karten.

Nur leider konnten wir kein einziges Urlaubsfoto mit Sonne machen, weil die Sonne es nie durch die Wolken schaffte. Dass es sie gab, spürten wir am Sonnenbrand, der sich trotz Wolkendecke am Abend auf unseren Rücken bemerkbar machte.

Und so ging eine Woche am Strand genauso schnell vorbei, wie man es von Strandferien erwartet. Und während Verena nach Hause zurück fliegt, haben wir uns dazu entschlossen, der Sonne hinterher zu reisen. Wir folgen dem georgischen Wetterfrosch in den Osten des Landes. Westeuropa leidet jetzt gerade unter der ungewohnten Hitze. Wir aber freuen uns über trocknende Kleider, trockene Füsse und vor allem – einen schönen Hintergrund.

in Tbilisi ist sie, die Sonne!

2 Comments

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Kategorien