Arabische Halbinsel – Tipps für unterwegs

Arabische Halbinsel – Tipps für unterwegs

30.Oktober 2019

Nach einem Monat in Dubai und im Oman erlauben wir uns ein Urteil: Diese Weltregion ist absolut spannend und schön. Wir würden sehr gerne noch einmal vor allem in den Oman reisen, weil es uns dort so gut gefallen hat. Wenn du mit dem Gedanken spielst, auch dorthin zu reisen (du wärst übrigens keine Seltenheit: Deutsche und Schweizer stehen oben auf der Liste der omanischen Touristiker), dann lies dir doch ein paar Ratschläge und Eindrücke dazu durch:

Der Oman ist ein muslimisches Land, in dem die Menschen, die jetzt Senioren sind, noch Bauern waren. Die heutigen Generationen leben in Städten, gehen in Malls und reisen auch mal in die Schweiz im Sommer. Doch irgendwie hat sich das Land einen eigenen Charme bewahrt. Wir haben die Einheimischen als reserviert, aber sehr sanft und freundlich erlebt. Die Natur ist wunderschön und für uns als Europäer so überraschend: trocken und steinig, und dann doch grün und tropisch. So viel Strand. Es war einfach wunderschön!

Miete dir auf alle Fälle ein Auto.

Die schönsten Seiten des Omans kann man nur kennenlernen, wenn man ein Auto hat. Wir hatten im Vorfeld überlegt, einen 4×4 für Offraodstrecken auszuleihen und haben dann doch einen „normalen“ SUV genommen. Das war für uns auch völlig ausreichend: es gab genug schöne Orte, an die wir so fahren konnten. Dazu gehörten bekannte Wadis, die für Touristen begehbar gemacht worden sind, aber auch Orte, wo Menschen wohnen und es deshalb gute Strassen gibt. Wir wollten auch so gerne in die Wüste und wussten, dass wir das mit dem Auto nicht machen können – durch Sand fahren. Auch das war im Nachhinein voll okay: wir hatten hinter dem kleinen Ort Bidiyya Wüstenfeeling direkt an der Strasse, ohne dass unser Auto im Sand versunken wäre.

Und da kommen wir schon zum zweiten Punkt: die schönsten Orte kann man nur geniessen, wenn man trittsicher und körperlich fit ist. Als Schweizer ist man es gewohnt, dass überall ein Bähnli hochfährt oder ein gut ausgebauter Wanderweg. Selbst die gut ausgebauten Wanderwege im Oman kommen da nicht heran. Wenn man sich auf ein paar Kletterpartien, kreative Wegführung und viel Natur einstellt, dann kann man das Unberührte am besten geniessen.

Pass dich an.

In ganz verschiedenen Bereichen: zum einen ans Wetter. Mittags knallte die Sonne schon mal, als wir im Oktober dort waren, und vielleicht ist man es als Europäer auch einfach nicht gewöhnt. Wir fanden den Tagesablauf sehr angenehm, wenn wir uns wie die Einheimischen mittags zwischen 12 und 3 Uhr von der Sonne fern hielten. Wir haben dann entweder im Haus eine Pause gemacht (ist mit kleinen Kindern generell keine schlechte Idee), oder haben unsere Autofahrt in diese Zeit gelegt. Einzig und allein im Schatten oder aber im Schatten im Wasser konnte man in dieser Zeit draussen sein. Dafür war es dann zwischen 4 und 6 Uhr sehr angenehm. Wenn wir in Städten waren, kamen um diese Zeit dann auch erst die Menschen auf die Strasse. Am Abend spielen die Kinder draussen (Rush-Hour auf dem Spielplatz: 10 Uhr abends!), die Familien gehen einkaufen und die Restaurants proppenvoll. Es wäre also schade, seine ganze Energie in den Sonnenstunden zu verpulvern.

Zum anderen muss man sich neben dem Klima auch irgendwie mit der fremden Kultur arrangieren. Es ist recht konservativ. Solange man sich in seinem Haus bewegt oder etwa in einem Resort oder Hotel, spürt man davon nicht viel. Aber am Strand vor der Stadt, in Dörfern und auf dem Markt ist das absolut wahrnehmbar. Männer und Frauen begegnen sich anders als bei uns. Die einheimischen Frauen ziehen sich ganz anders an, von manchen sieht man nur die Augen. Wie kann man damit umgehen? Wir haben versucht, uns so anzupassen, dass wir nicht negativ auffallen. Zum einen wollen wir, dass die Leute uns gerne begegnen. Zum anderen ist es einfach ein Zeichen von Respekt, das die Omanis zb auch mit Schildern an touristischen Attraktionen einfordern. Wir haben Tunikas getragen, deren Ärmel bis zum Ellbogen gehen, manchmal auch Tshirts. Immer lange Hosen. Dank indischer Kleidung kein Problem – wir haben uns in einem Geschäft mit günstigen Kleidern eingedeckt, was sehr angenehm war zu tragen. Wir sind in der Kleidung sogar schwimmen gegangen, was nach ein paar mal üben auch gar nicht mehr aufwendig oder unangenehm war. Der Vorteil – mit nassen Kleidern am Körper war auch die Hitze kein Thema mehr. Anpassung – doppelcheck!

Halte die Augen auf nach Multikulti.

Für europäische Augen mögen die Menschen gleich aussehen: Braungebrannt, dunkle Augen. Doch Oman hat sehr viele Migrantenströme erlebt, in seiner Vergangenheit, aber auch heute. Es gibt viele Gastarbeiter aus Indien, Bangladesh und Pakistan. Für uns war es besonders spannend, die Beziehungen der verschiedenen Gruppen zu erforschen, Menschen nach ihrer Kultur und Sprache auszufragen, und so viele verschiedene Kulturen kennenzulernen. Wir waren zum Beispiel gar nie omanisch essen. Wenn wir in einem Restaurant waren, dann gab es indisches, libanesisches oder türkisches Essen. Meistens war es sowieso Reis mit Beilagen. Wir haben sehr gerne die verschiedenen Küchen ausprobiert und haben gut und gerne gegessen. Ein besonderes Erlebnis war, als wir nach einer anstrengenden Wanderung ausgehungert in das erstbeste Lokal spazierten, um mit Erschrecken festzustellen, dass wir in einer bengalischen Kantine gelandet sind. Wir waren die einzigen weiblichen Besucher und wahrscheinlich die ersten weissen Kunden. Es gab sehr leckere, aber so scharfe Gerichte, dass wir nicht alles essen konnten. Auch Tage danach dachten wir noch an dieses einmalige Erlebnis. Wer mit offenen Augen reist und die Menschen neugierig fragt, der kann erleben, wie bunt und vielfältig die Welt ist – und sogar der trockene Oman.

Geniess die tolle Natur!

Uns hat es einfach umgehauen, dass nach kilometerlangen Staub- und Steinlandschaften einfach ein paradiesischer, natürlich angelegter Park irgendwo auftaucht. Es ist so toll, diese Oasen zu erleben, dass es schade wäre, diese innerlich einfach nur abzuhaken und direkt zur nächsten zu marschieren. Wir haben es besonders genossen, wenn wir viel Zeit hatten, ein Picknick und jede Menge Zeit für den Blick für das Detail. Leider hatten wir das auch nicht immer und mussten schonmal rennen 😀 Deshalb unser Tipp: Lasst euch Zeit.

Die Zeit im Oman hat uns Lust gemacht, noch weitere Regionen zu entdecken. Als nächstes werden wir ein bisschen in Europa bleiben, um Zeit mit Familie und Freunden zu verbringen, bevor wir im nächsten Jahr dann nach Zentralamerika fliegen. Wir freuen uns schon!

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